(1) Allgemeines

Die studentische Rechtsberatung setzt eine vorherige regelmäßige Teilnahme am Studienprogramm der Law Clinic Augsburg voraus. Das Studienprogramm beginnt in der Regel in den letzten Aprilwochen. Das Studienprogramm besteht aus einer zweisemestrigen Ausbildung und regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen.

(2) Veranstaltungen

Das Studienprogramm setzt sich aus Pflichtvorlesungen, wahlweise zu besuchenden Workshops, wahlweise zu besuchenden Einzelvorträgen, verschiedenen, teilweise verpflichtenden, Exkursionen, praktischen Arbeiten sowie Fortbildungsveranstaltungen zusammen.

  1. Pflichtvorlesungen
    (zu besuchen im 1. Ausbildungssemester)

    1. Ausländer- und Asylrecht, Umfang 24 Vorlesungsstunden,
    2. Grundlagen des Europarechts, Umfang 1 Vorlesungsstunde,
    3. Wissenschaftliches Arbeiten und Recherche, Umfang 1 Vorlesungsstunde,
    4. Einführung in das Verwaltungsrecht und Asylverfahrensrecht, Umfang 4 Vorlesungsstunden.
  2. Soft-Skill-Workshops
    (im 2. Ausbildungssemester sind 3 von 4 zu besuchen)
     
  3. Workshops „Studenten für Studenten“
    (im 1. und 2. Ausbildungssemester sind jeweils 2 von 3 zu besuchen)
     
  4. Vortragsprogramm
    (zu besuchen im 1. und 2. Ausbildungssemester und in jedem weiteren Semester der praktischen Tätigkeit)
     
  5. Fortbildungsveranstaltung
    (zu besuchen in jedem weiteren Semester der praktischen Tätigkeit nach der zweisemestrigen Ausbildung)
     
  6. Exkursionen
    1. Verpflichtend sind mindestens vier Aufenthalte beim Verwaltungsgericht Augsburg. Jeder Projektteilnehmer muss über einen der Besuche einen zusammenfassenden Bericht verfassen,
    2. Besuch des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder einer ähnlichen Organisation,
  7. Praktische Arbeiten
    (im 1. und/oder 2. Ausbildungssemester)

    1. Jeder Teilnehmer muss an mindestens drei Beratungssprechstunden teilnehmen und entweder
    2. einen Workshop Studenten für Studenten vorbereiten und halten oder
    3. eine Recherche/ein Gutachten bearbeiten oder
    4. eine Präsentation halten.
(3) Anwesenheit

Die Anwesenheit der Teilnehmer bei den Veranstaltungen wird überprüft. Dies geschieht in der Regel durch Unterschrift in einer Anwesenheitsliste. Die Abwesenheit bei einer Veranstaltung hat je nach Veranstaltung unterschiedliche Konsequenzen für den weiteren Verlauf der Ausbildung und die praktische Tätigkeit der Teilnehmer

  1. Die Pflichtvorlesung „Ausländer- und Asylrecht“ (siehe oben (2) 1. a)) muss vollständig besucht werden. Bei Abwesenheit bei einem oder mehreren der Termine kann weder eine gutachterliche noch eine praktische Tätigkeit aufgenommen werden. Das in dieser Pflichtvorlesung vermittelte Wissen bildet die Grundlage für die Ausbildung der Teilnehmer und die Qualitätssicherung der gutachterlichen und praktischen Tätigkeit (vgl. § 6 (2) RDG). Ein Fehlen kann auch nicht durch Krankheit oder eine Klausur oder Ähnliches entschuldigt werden. Der Teilnehmer darf am Studienprogramm weiter teilnehmen, allerdings weder gutachterlich noch praktisch tätig werden. Er kann die Pflichtvorlesung „Ausländer- und Asylrecht“ allerdings erst im folgenden Jahr nachholen. Dabei müssen aufgrund der regelmäßigen Neuerungen in diesem Themenbereich erneut alle Termine der Pflichtvorlesung „Ausländer- und Asylrecht“ besucht werden, auch wenn ursprünglich nur ein Termin nicht besucht wurde. Der Teilnehmer erhält das Zertifikat (siehe unten (4)) auch erst nach diesem Besuch der Pflichtvorlesung „Ausländer- und Asylrecht".
     
  2. Die Pflichtvorlesungen „Grundlagen des Europarechts“, „Wissenschaftliches Arbeiten und Recherche“ und „ Einführung in das Verwaltungsrecht und Asylverfahrensrecht“ (siehe oben (2) 1. b)-d)) müssen von allen Teilnehmern besucht werden, unabhängig von ihrem Studiengang, der Semesterzahl oder dem Ablegen einer Klausur, Hausarbeit o.Ä. in dem jeweiligen Themengebiet. Die Teilnehmer können sich für maximal einen Termin (von 3) wegen Krankheit oder einer nicht planbaren Kollision mit einer Klausur entschuldigen. Im Krankheitsfall ist selbstständig ein ärztliches Attest vorzulegen, im Falle einer kollidierenden Klausur ein entsprechender Nachweis. Sollte der Teilnehmer nicht selbstständig einen Nachweis erbringen oder bei mehr als einer Veranstaltung fehlen, darf er am Studienprogramm weiter teilnehmen, aber weder gutachterlich noch praktisch tätig werden. Er kann fehlende oder nicht entschuldigte Vorlesungen erst im folgenden Jahr nachholen und erhält auch das Zertifikat (siehe unten (4)) erst danach.
     
  3. Der Besuch von 3 von 4 Soft-Skill-Workshops ist Grundlage für sämtliche praktischen Tätigkeiten. Die Teilnehmer können sich für maximal einen Termin (von 3 verpflichtenden) wegen Krankheit oder einer nicht planbaren Kollision mit einer Klausur entschuldigen, sofern keine Möglichkeit mehr besteht, einen anderen Soft-Skill-Workshop zu besuchen. Im Krankheitsfall ist selbstständig ein ärztliches Attest vorzulegen, im Falle einer kollidierenden Klausur ein entsprechender Nachweis. Sollte der Teilnehmer nicht selbstständig einen Nachweis erbringen oder bei mehr als einer Veranstaltung fehlen, darf er am Studienprogramm weiter teilnehmen, aber nicht praktisch tätig werden. Er kann fehlende oder nicht entschuldigte Soft-Skill-Workshops erst im folgenden Jahr nachholen und erhält auch das Zertifikat (siehe unten (4)) erst danach. Ein Fehlen bei einem der beiden Soft-Skill-Workshops zum Thema „Anhörungsvorbereitung“ hat zur Folge, dass der Teilnehmer nicht im Bereich der Anhörungsvorbereitungen praktisch tätig werden darf.
     
  4. Die Teilnehmer müssen 2 von 3 Workshops „Studenten für Studenten“ besuchen. Die Teilnehmer können sich für maximal einen Termin (von 2 verpflichtenden) wegen Krankheit oder einer nicht planbaren Kollision mit einer Klausur entschuldigen, sofern keine Möglichkeit mehr besteht, einen anderen Workshop „Studenten für Studenten“ zu besuchen. Im Krankheitsfall ist selbstständig ein ärztliches Attest vorzulegen, im Falle einer kollidierenden Klausur ein entsprechender Nachweis. Sollte der Teilnehmer nicht selbstständig einen Nachweis erbringen oder bei mehr als einer Veranstaltung fehlen, darf er am Studienprogramm weiter teilnehmen, aber nicht praktisch tätig werden. Er kann fehlende oder nicht entschuldigte Workshops „Studenten für Studenten“ erst im folgenden Jahr nachholen, weil in Sommer- und Wintersemester unterschiedliche Themenbereiche behandelt werden, und erhält das Zertifikat (siehe unten (4)) erst danach.
     
  5. Die Teilnehmer müssen (auch nach Abschluss der zweisemestrigen Ausbildung) jedes Semester 2 Vorträge besuchen. Aufgrund der Anzahl der Termine, die zur Auswahl stehen, wird ein Fehlen nicht entschuldigt. Sollte der Teilnehmer im 1. oder 2. Ausbildungssemester nur einen oder keinen Vortrag besucht haben, darf er am Studienprogramm weiter teilnehmen. Er muss den fehlenden Vortrag beziehungsweise die fehlenden Vorträge im folgenden Semester zusätzlich (zu den 2 verpflichtenden) besuchen. Der Teilnehmer erhält das Zertifikat (siehe unten (4)) erst danach.
     
  6. Nach dem Abschluss der zweisemestrigen Ausbildung müssen die Teilnehmer in jedem weiteren Semester ihrer praktischen Tätigkeit eine Vertiefungsveranstaltung zum Ausländer- und Asylrecht besuchen. Das in dieser Veranstaltung vermittelte Wissen zu gesetzlichen Neuerungen und aktuellen Entwicklungen in dieser Thematik dient der fortlaufenden Qualitätssicherung der gutachterlichen und praktischen Tätigkeit (vgl. § 6 (2) RDG). Ein Fehlen kann auch nicht durch Krankheit oder eine Klausur o.Ä. entschuldigt werden.
     
  7. Die Teilnehmer müssen mindestens vier Termine beim Verwaltungsgericht Augsburg wahrnehmen. Sollte dies nicht vollständig bei den von der Law Clinic Augsburg organisierten Besuchen möglich sein, kann der Teilnehmer selbstständig an einer thematisch passenden Verhandlung teilnehmen und einen entsprechenden Nachweis (z.B. Bestätigung des Richters) einreichen. Der Bericht über den Gerichtsbesuch muss dabei aber, zur Vergleichbarkeit, über eine Verhandlung geschrieben werden, an der auch andere Teilnehmer der Law Clinic Augsburg anwesend waren.
(4) Zertifikate

Nach erfolgreichem Abschluss des zweisemestrigen Studienprogramms der Law Clinic Augsburg erhalten die Studierenden ein Zertifikat, in dem die besuchten Veranstaltungen, Exkursionen und praktischen Tätigkeiten aufgezählt sind. Das Zertifikat wird vom Direktor der Law Clinic Augsburg unterzeichnet. Das Zertifikat berechtigt im Rahmen der praktischen Tätigkeiten der Law Clinic Augsburg zur direkten Beratung von Asylbewerbern, Flüchtlingen und Migranten.